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kargah e.V.
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover
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www.kargah.de
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Appell an die Bundeskanzlerin

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrter Herr Bundesinnenminister,
sehr geehrter Herr Kanzleramtsminister,

als Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit wendet sich kargah e.V. mit einem dringenden Anliegen an Sie. In unserer täglichen Arbeit begleiten wir zahlreiche ratsuchende Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien, die sich aus ihrer Verzweiflung und Not heraus an uns wenden. Sie sind häufig stark traumatisiert und haben ihre Existenz in ihrer Heimat verloren.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bestätigt, dass vorrangig männliche Flüchtlinge Asyl in Deutschland beantragen. Im Jahre 2014 wurden 66,6% aller Asylerstanträge in Deutschland von männlichen und lediglich 33,4% der Asylerstanträge von weiblichen Flüchtlingen gestellt1.

In der Stadt Hannover befinden sich derzeit zu etwa 72% männliche und 28% weibliche Flüchtlinge. Folglich wird unsere Flüchtlingsberatung auch stark von männlichen Flüchtlingen in Anspruch genommen. Nachweislich gelingt weniger Frauen aus nicht europäischen Ländern die Flucht aus ihrer unsicheren Heimat nach Deutschland als europäischen Frauen in ähnlichen Situationen. Aus diesem Grund fordern wir ein spezifisches Aufnahmekontingent für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder aus Syrien zumindest in der Bundesrepublik Deutschland!

Der Bürgerkrieg in Syrien hat zur Folge, dass sich inzwischen die Hälfte aller Syrerinnen und Syrer auf der Flucht befindet2. Doch für syrische Frauen stellt die Flucht eine viel größere Herausforderung dar als für syrische Männer, weil sie nicht nur Verantwortung für ihr eigenes Leben, sondern auch für das Leben ihrer Kinder tragen. Zudem kümmern sie sich in der Regel um weitere Familienangehörige, wie z.B. um Eltern, jüngere Geschwister und andere Hilfsbedürftige. Erschwerend kommt hinzu, dass sie frauenspezifischen Gefahren ausgesetzt sind, wie z. B. Verschleppung und/ oder sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung auf dem langen Fluchtweg. Daher versuchen sie, ihre Fluchtwege nicht allzu lang zu halten und flüchten sich häufig nicht weiter als in ein Nachbarland. Die Flucht aus Syrien in einen sicheren westeuropäischen Staat ist mit einem monatelangen und kostenintensiven Fluchtweg verbunden. Die finanziellen Mittel für eine Flucht können Familien oft nur für wenige Familienmitglieder bereitstellen, sodass die Wahl auf junge Männer bzw. Familienväter der Familien fällt, die ihren Fluchtweg in einen sicheren, meist westeuropäischen Staat auf sich nehmen. Für Frauen, die durch kriegsbedingte Ereignisse (z.B. Ermordung, Inhaftierung oder andere Gründe) von ihren Ehemännern getrennt wurden, bedeutet die Flucht aus ihrer Heimat einen täglichen Überlebenskampf für sich und ihre Kinder. Sie sind auf sich alleine gestellt und erleben große Not. Die drohende Verarmung bedroht ihre Existenz und die ihrer Kinder jeden Tag.

Als Verein, der sich über drei Jahrzehnte in der Flüchtlingshilfe engagiert, setzt sich kargah e.V. besonders für die vom Krieg betroffenen syrischen Frauen und Kinder ein. Für sie ist die Flucht mit einem deutlich erhöhten Risiko und Gefahr für Leib und Leben verbunden. Die internationale Solidarität erfordert jetzt ein rasches Handeln! Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung!

1 Vgl. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015: Das Bundesamt in Zahlen 2014. Asyl, Migration und Integration.
2 Vgl. UNHCR 2015: Global Trends. Forced Displacement in 2014.

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Impressum

pfilekargah e.V.
Verein für Interkulturelle Kommunikation
Migrations- und Flüchtlingsarbeit
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover

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