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Entstehungsgeschichte

Aufgrund mehrerer öffentlich gewordener tragischer Fälle von Ermordungen im „Namen der Ehre“ wurde im Jahre 2005 eine bundesweite politische und gesellschaftliche Debatte über Zwangsehen und Wertvorstellungen von in Deutschland lebenden Familien mit Migrationshintergrund ausgelöst.
Der niedersächsische Landtag hat daraufhin am 18. Mai 2005 in seiner 61. Sitzung die Landesregierung aufgefordert, bis spätestens Ende 2006 ein Handlungskonzept zum Thema „Zwangsheirat ächten – Zwangsehen vorbeugen“ zu entwickeln.
Am 24. Mai 2005 wurde durch Beschluss der Landesregierung unter Federführung des Ministeriums ein interministerieller Arbeitskreis (IMAK) „Handlungskonzept: Zwangsheirat / Zwangsehen“ eingerichtet. Die Erarbeitung des Konzepts erfolgte durch den IMAK in insgesamt 14 Sitzungen und im Rahmen von weiteren Arbeitsgruppen bzw. Arbeitstreffen, die vom Ministerium initiiert und gesteuert wurden. Dies waren neben ministeriumsinternen Zusammenkünften u.a. Treffen mit vielen unterschiedlichen Institutionen und Akteuren. Einige hiervon sind:

  • kommunale Spitzenverbände,
  • Arbeitsgemeinschaft der Jugendämter der Länder Niedersachsen und Bremen (AGJÄ)
  • Zusammenkünfte der Leiter aller niedersächsischen Ausländerbehörden,
  • Vertreterinnen und Vertreter der Polizei,
  • Vertreterinnen und Vertreter im Bereich Schule,
  • Familienrichterinnen und Familienrichter und Jugendamtsvertreterinnen und Jugendamtsvertreter (AG Familiengerichte/Jugendämter),
  • Vertreterinnen und Vertreter von Beratungsstellen (AG Beratungsstellen),
  • Vertreterinnen und Vertreter  der Community bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Migrantenvereinen und -organisationen sowie religiösen Gruppen (AG Community).

In Rahmen der Durchsetzung des Konzepts der Landesregierung wurde das Niedersächsische Krisentelefon gegen Zwangsheirat ins Leben  gerufen und stellt einen wichtigen Teil der Umsetzung des Konzepts in die Praxis dar. Das Niedersächsische Krisentelefon gegen Zwangsheirat nahm erstmalig seine Arbeit im Dezember 2006 auf.

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