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„I can’t breathe“ – „Ich kann nicht atmen“

Ausgelöst durch einen brutalen Polizeieinsatz in den USA, bei dem der schwarze Amerikaner George Floyd am 25. Mai ums Leben kam, zeigen sich weltweit Menschen mit der Bewegung „Black Lives Matter“ solidarisch gegen Rassismus und Ungleichbehandlung von people of color* auf allen gesellschaftlichen Ebenen und in bestehenden Strukturen.

Als Selbstorganisation von Migrant*innen verurteilen wir diese grausame Tat und begrüßen die breite öffentliche Debatte über rassistische Polizeigewalt und Rassismus in der Gesellschaft und schließen uns den Protesten an.

Bei allen Unterschieden zu den USA ist klar: Auch Deutschland ist im Jahre 2020 weit entfernt davon „Rassismus-frei“ zu sein. Wer Rassismus in der Polizei und anderen staatlichen Behörden aufzeigt, ist kein Feind der Polizei, sondern macht aufmerksam auf Ungleichbehandlung und Diskriminierung. Dies alles erfordert zwingend eine Sensibilisierung und geschichtskritische Aufarbeitung struktureller Diskriminierung auf allen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen.

Der Tod von George Floyd hat in drastischer Weise und auf Video festgehalten für jeden deutlich gemacht, dass Rassismus im schlimmsten Fall tödlich ist. Das unerträgliche Video zeigt den achtminütiger Todeskampf Floyds, weil ein weißer Polizist auf dem Hals des bereits gefesselten Floyds kniet, ihm die Luft abdrückt und auch nicht weichen wollte, als Floyd immer wieder fleht: „I can’t breathe“ – „Ich kann nicht atmen.“

Doch Rassismus im Alltag der Polizeiarbeit ist meist weniger plakativ: Wenn Polizist*innen Nichtweißen anders begegnen als Deutschen, wenn sie „verdachtsunabhängig“ deutlich häufiger kontrolliert werden, wenn sie bei ähnlichem Verhalten anders behandelt werden als weiße Deutsche. Und auch in Deutschland starben immer wieder Nichtweiße in polizeilichem Gewahrsam wie Oury Jalloh, Achidi John oder William Tonou-Mbobda unter teils ungeklärten Umständen.

Viele von uns sind aus Ländern geflohen, in denen es keinen funktionierenden Rechtsstaat und keine Demokratie gibt. Das schätzen wir an Deutschland – und zu einem funktionierenden Rechtsstaat gehört auch eine Institution, die das Recht durchsetzt – für alle gleich – ungeachtet der äußeren Erscheinung und ohne Vorurteile.

Unser Appell an alle: Schreitet ein, wenn ihr entwürdigende, stigmatisierende und gewaltvolle Verhaltensweisen beobachtet! Bleibt nicht stumm, weil es bequemer ist. Denn auch Hinnehmen, Wegschauen und nicht Sehen ist ein Problem und führt dazu, dass bestehende diskriminierende Strukturen weiter aufrecht erhalten bleiben.

Leider werden auch wir immer wieder Zeuge von rassistischer Diskriminierung in allen Teilen der Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die Menschen nicht aufgrund der Herkunft bewertet, ist eine lebenswertere Gesellschaft für uns alle. Wir als Kargah e.V. wollen daher einen Beitrag zu mehr interkulturellem Dialog schaffen.

Hannover, 08.07.2020

kargah Team

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